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05 — Verschluss bei offenem Apex

Apexifikation
in Kiel.

Wenn ein bleibender Zahn vor Abschluss des Wurzelwachstums abstirbt — meist durch Unfall im Kindes- oder Jugendalter. Moderne MTA-Apexifikation verschließt die offene Wurzelspitze in 1–2 Sitzungen.

Was ist das?

Wurzelverschluss
bei offener Spitze.

Bei jungen bleibenden Zähnen ist die Wurzelentwicklung erst mit etwa 14 Jahren abgeschlossen. Stirbt die Pulpa vorher ab — meist durch ein Trauma (Sturz, Sportverletzung) oder eine tiefe Karies — entsteht ein Problem: Die Wurzelspitze ist noch weit offen und kann mit klassischen Wurzelfüllmaterialien nicht dicht verschlossen werden.

Die Lösung: Wir bauen einen apikalen Plug aus MTA (Mineral Trioxid Aggregat) oder einem biokeramischen Material. Dieser dichte „Boden" wird in 1–2 Sitzungen gesetzt — der Rest des Kanals klassisch mit Guttapercha gefüllt.

Das Verfahren ist eine moderne Alternative zur klassischen Calciumhydroxid-Methode, die früher 6 bis 18 Monate dauerte und die Wurzel mit der Zeit schwächte.

Wann sinnvoll?

Typische
Situationen.

Apexifikation ist immer dann angezeigt, wenn ein bleibender Zahn mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum eine abgestorbene Pulpa hat.

Trauma im Wachstumsalter

Sturz, Sportunfall oder Schlag auf den Frontzahn bei Kindern zwischen 7 und 14 Jahren — die Pulpa stirbt, bevor die Wurzel ausgewachsen ist.

Tiefe Karies

Bei sehr tiefer Karies an noch nicht voll entwickelten Zähnen kann die Pulpa irreversibel geschädigt werden.

Verspätete Diagnose

Wenn ein abgestorbener Zahn aus früheren Jahren erst spät bemerkt wird — die Wurzel blieb in ihrem damaligen Entwicklungsstand stehen.

Unser Ansatz

MTA-Plug
statt Monate Therapie.

Die klassische Methode mit Calciumhydroxid (1990er Jahre) ist heute überholt. Moderne biokeramische Materialien revolutionieren die Therapie.

MTA-Plug in 1–2 Sitzungen

Mineral Trioxid Aggregat — biokompatibel, härtet in feuchter Umgebung aus. Der Plug wird mikroskopisch präzise an der offenen Wurzelspitze platziert.

Schonende Aufbereitung

Bei dünnen Wurzelwänden besonders vorsichtige Reinigung — Erhalt jeder verfügbaren Wurzelsubstanz hat höchste Priorität.

Mikroskopisch geführt

Jede Schicht des MTA-Plugs unter 25-facher Vergrößerung kontrolliert. Plug-Dicke: ca. 3–4 mm.

Begleitende DVT-Diagnostik

Bei Trauma-Befunden zeigt das DVT versteckte Wurzelfrakturen, das Ausmaß apikaler Läsionen und die genaue Anatomie.

Ablauf

Behandlung
in 6 Schritten.

01

Diagnostik

Klinische Untersuchung, Röntgen — bei Trauma-Folgen auch DVT zur Beurteilung der Wurzelstrukturen.

02

Anästhesie & Kofferdam

Schmerzfreie Behandlung, trockenes Arbeitsfeld — besonders wichtig bei der MTA-Verarbeitung.

03

Reinigung des Kanals

Schonende Aufbereitung, intensive Spülung mit Natriumhypochlorit, ggf. Calciumhydroxid-Einlage für 1–4 Wochen zur Desinfektion.

04

MTA-Plug setzen

3–4 mm MTA wird apikal eingebracht und unter Mikroskop verdichtet — der dichte „Boden" für die Wurzelfüllung.

05

Koronale Wurzelfüllung

Nach Aushärtung des MTA klassische Wurzelfüllung mit Guttapercha und Sealer.

06

Stabile Versorgung & Kontrolle

Der Zahn wird mit einer Aufbaufüllung versorgt. Kontrolle nach 6 und 12 Monaten — meist sichtbare periapikale Ausheilung.

80–95%
Erfolgsrate

MTA-Apexifikation mit periapikaler Ausheilung innerhalb 6–12 Monaten.

1–2
Sitzungen

Statt 6–18 Monate mit Calciumhydroxid-Methode der älteren Generation.

3–4mm
MTA-Plug

Mikroskopisch präzise platziert — der dichte apikale Verschluss.

Kosten

Was kostet
die Behandlung?

Apexifikation ist eine spezialisierte Leistung mit mikroskopischem Aufwand und hochwertigen biokeramischen Materialien. Die Kosten werden meist als Privatleistung berechnet.

Bei jüngeren Patienten und Trauma-Folgen lohnt sich die Investition: Der eigene Zahn ist über Jahrzehnte erhaltbar — ein Implantat wäre erst nach Wachstumsabschluss möglich.

Richtwerte

  • Apexifikation mit MTA-Plug: ca. 600–1.000 €
  • Mit medikamentöser Einlage (Mehrsitzig): ca. 700–1.200 €
  • DVT (bei Trauma-Befunden): ca. 100–250 €

Wir besprechen die Gesamtkosten transparent vor Behandlungsbeginn. Kostenvoranschlag schriftlich.

Häufige Fragen

Antworten
zur Apexifikation.

Was Patienten und Eltern am häufigsten fragen.

Was ist eine Apexifikation?

Apexifikation ist der Verschluss eines Wurzelkanals mit offener (noch nicht ausgereifter) Wurzelspitze. Sie wird notwendig, wenn die Pulpa eines bleibenden Zahnes vor Abschluss des Wurzelwachstums abgestorben ist — meist durch Trauma im Kindes- oder Jugendalter.

Warum nicht die klassische Calciumhydroxid-Methode?

Das klassische Verfahren mit monatelangen Calciumhydroxid-Einlagen schwächt die Wurzel und braucht 6–18 Monate. Studien zeigen erhöhtes Risiko für Wurzelfrakturen nach längerer Ca(OH)₂-Therapie.

Moderne MTA-Apexifikation erledigt den Verschluss in 1–2 Sitzungen, ohne die Wurzel zu schwächen. Sie ist heute das Verfahren der Wahl.

Wann ist eine Apexogenese sinnvoller?

Wenn die Pulpa noch lebt (z. B. nach frischem Trauma), ist die Apexogenese die bessere Wahl. Dabei bleibt vitales Pulpagewebe erhalten und die Wurzel kann weiter ausreifen. Apexifikation kommt nur, wenn die Pulpa devital ist.

Wie hoch ist die Erfolgsrate?

MTA-Apexifikation erreicht Erfolgsraten von 80–95 %. Die periapikale Heilung ist meist nach 6–12 Monaten radiologisch sichtbar.

Bleibt der Zahn dauerhaft erhaltbar?

Ja — bei erfolgreicher Apexifikation und stabiler Versorgung kann der Zahn ein Leben lang erhalten bleiben. Die mit Apexifikation behandelten Zähne haben dünnere Wurzelwände und können bruchanfälliger sein — eine sorgfältige Versorgung (oft Krone) ist wichtig.

Was kostet die Behandlung?

Die Kosten liegen meist zwischen 600 und 1.200 Euro. Wir erstellen vor Behandlungsbeginn einen transparenten Kostenvoranschlag.

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