Festsitzender Stift
Wenn ein Wurzelstift nicht entfernt werden kann, ohne den Zahn zu zerstören, ist die WSR der Weg über die Wurzelspitze.
Wenn die klassische Wurzelbehandlung an Grenzen stößt — der mikrochirurgische Eingriff unter Operationsmikroskop. Mit DVT-Planung und biokeramischer Retrofüllung über 90 % Erfolgsrate.
Die Wurzelspitzenresektion (kurz: WSR) ist ein mikrochirurgischer Eingriff, bei dem die entzündete Wurzelspitze und das umgebende Entzündungsgewebe entfernt werden — durch einen kleinen Zugang über das Zahnfleisch.
Sie kommt zum Einsatz, wenn der orthograde Weg (durch den Zahn von oben) nicht möglich ist oder bereits ausgereizt wurde: bei nicht entfernbaren Stiften, fest sitzenden frakturierten Instrumenten, festen Versorgungen, die nicht zerstört werden sollen, oder bei großen apikalen Läsionen.
Moderne mikrochirurgische WSR unter Operationsmikroskop mit MTA-Retrofüllung erreicht Erfolgsraten von über 90 % — ein massiver Sprung gegenüber klassischer „Wurzelspitzenkappung" der 1990er Jahre.
Wir entscheiden uns für die WSR erst, wenn die Behandlung „durch den Zahn" nicht möglich oder nicht erfolgversprechend ist. Typische Indikationen:
Wenn ein Wurzelstift nicht entfernt werden kann, ohne den Zahn zu zerstören, ist die WSR der Weg über die Wurzelspitze.
Ein abgebrochenes Feileninstrument an der Wurzelspitze, das mikroskopisch nicht entfernbar ist, kann mit der Wurzelspitze reseziert werden.
Wenn die Entzündung am Wurzelende zystisch organisiert ist und sich vom Wurzelkanal aus nicht ausheilt — chirurgisches Entfernen.
Bei intakter, hochwertiger Versorgung (z. B. Brückenpfeiler), die nicht zerstört werden soll, ist die WSR oft der schonendste Weg.
Wenn nach einer Revision eine Fistel bestehen bleibt — Zeichen, dass die Entzündung nur chirurgisch erreichbar ist.
Manche Befunde — z. B. Wurzelresorptionen oder Zysten — werden histologisch erst nach der Entnahme sicher diagnostiziert.
Die mikrochirurgische WSR unterscheidet sich grundlegend von der „klassischen" WSR der 1990er-Jahre. Drei Innovationen machen den Unterschied.
Was früher unter Stirnlampe „blind" gemacht wurde, geschieht heute unter 25-facher Vergrößerung. Wurzelkanal-Eingang an der resezierten Wurzelspitze, Isthmen, feinste Risse — alles sichtbar.
Statt grober Bohrer kommen mikrofeine, ultraschallaktivierte Diamantansätze zum Einsatz — präzise, schonend, formgenau im Verlauf des Wurzelkanals.
Mineral Trioxid Aggregat oder moderne biokeramische Materialien dichten die Wurzel von hinten dauerhaft ab und sind biokompatibel — der Knochen kann an sie anwachsen.
Vor jeder WSR planen wir mit DVT — wir sehen exakt, wo die Wurzelspitze liegt, wie nah Nachbarstrukturen sind (Nerv, Kieferhöhle) und können den Zugang minimal halten.
Dreidimensionale Bildgebung zur Beurteilung der Wurzelanatomie, Lage zu Nachbarstrukturen und Größe der Läsion.
Vollständige, schmerzfreie Betäubung des OP-Gebiets. Bei größeren Eingriffen ergänzend Sedierung möglich.
Kleiner, präziser Schleimhautschnitt direkt über der Wurzelspitze. Wir entfernen eine winzige Knochenlamelle, um Zugang zu schaffen.
Unter Mikroskop wird die apikale Wurzelspitze (3 mm) entfernt — inklusive aller etwaigen Seitenkanäle und Mikrorisse.
Das entzündete Weichgewebe wird vollständig entfernt — histologisch oft die Bestätigung der Diagnose.
Der Wurzelkanal wird von hinten mit ultraschallaktivierten Mikroansätzen 3 mm tief präpariert — formgenau im Kanalverlauf.
Biokeramische Versiegelung der Wurzelspitze. Das Material härtet in feuchter Umgebung aus und ist langfristig dicht und gewebefreundlich.
Feine Naht, oft selbstresorbierbar. Nahtentfernung nach 5–7 Tagen. Die Knochenheilung ist nach 3–6 Monaten radiologisch sichtbar.
Mikrochirurgische WSR mit MTA-Retrofüllung — gegenüber 60–70 % bei klassischer WSR.
Nur die apikalen 3 Millimeter werden entfernt — wo erfahrungsgemäß die meisten Seitenkanäle liegen.
Der Eingriff dauert typischerweise 45–90 Minuten — meist nur eine Sitzung.
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Grundleistung (BEMA-Chirurgie). Mikrochirurgischer Mehraufwand, Mikroskop, MTA und biokeramische Materialien sind Privatleistung.
Privatversicherte erhalten in der Regel volle Erstattung nach GOZ.
Wir erstellen vor jeder Behandlung einen transparenten Kostenvoranschlag.
Was Patienten am häufigsten fragen, bevor sie sich für die WSR entscheiden.
Eine WSR ist indiziert, wenn eine apikale Entzündung trotz Wurzelkanalbehandlung (oder Revision) bestehen bleibt — und ein erneuter orthograder Zugang nicht möglich oder erfolgversprechend ist.
Typische Gründe: nicht entfernbare Stifte, festsitzende frakturierte Instrumente, große apikale Zysten, intakte hochwertige Versorgung (z. B. Brückenpfeiler), die nicht zerstört werden soll.
Der Eingriff selbst ist unter Lokalanästhesie schmerzfrei. Nach der Behandlung sind leichte Wundschmerzen und eine Schwellung normal — gut mit handelsüblichen Schmerzmitteln zu kontrollieren.
Die meisten Patienten sind nach 2–3 Tagen wieder voll alltagsfähig. Größere körperliche Belastung sollte für eine Woche vermieden werden.
Mikroskopisch durchgeführte WSR mit MTA-Retrofüllung erreichen Erfolgsraten von über 90 %. Konventionelle WSR ohne Mikroskop liegen deutlich darunter (60–70 %) — der Behandler-Faktor ist entscheidend.
Wenn beides möglich ist: Revision zuerst. Sie ist weniger invasiv, in vielen Fällen ausreichend und kann später bei Bedarf durch eine WSR ergänzt werden. Ist eine Revision technisch nicht durchführbar, ist die WSR der direkte Weg.
Die Weichgewebe-Heilung dauert 5–10 Tage, dann erfolgt die Nahtentfernung. Die knöcherne Ausheilung der apikalen Läsion ist radiologisch nach 3–6 Monaten erkennbar, vollständig nach 12 Monaten.
Ja — die WSR betrifft nur die Wurzelspitze. Die klinische Krone bleibt erhalten. Bestehende Versorgungen müssen nicht entfernt werden. Falls eine Neuversorgung geplant ist, erfolgt sie nach Abheilung.
Die Kosten liegen meist zwischen 600 und 1.200 Euro pro Zahn. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt einen Anteil. Mikrochirurgischer Mehraufwand und biokeramische Materialien sind Privatleistung. Wir erstellen vor Behandlungsbeginn einen schriftlichen Kostenvoranschlag.
Nein. Sie können direkt einen Termin vereinbaren. Bei Überweisung durch den Hauszahnarzt bringen Sie nach Möglichkeit aktuelle Röntgenbilder oder ein DVT mit.
Vor der WSR steht oft eine Revision — danach gehört der Zahn dauerhaft versorgt.
Erste Wahl, bevor chirurgisch eingegriffen wird.
Mehr erfahren DiagnostikVor jeder WSR Pflicht — präzise OP-Planung.
Mehr erfahren ReparaturVerschluss von Verletzungen der Wurzelwand mit MTA.
Mehr erfahren SpezialTherapie interner und externer Resorptionen.
Mehr erfahrenDiagnostik & OP-Planung direkt buchbar. Bringen Sie aktuelle Röntgenbilder mit.